Kritische

Elektronikfertigung
in Europa

Europa kann eigene Fertigungskapazitäten gezielt ausbauen –
bei Halbleitern, Leiterplatten und EMS.

Strategic Brief: Europas industrielle Elektronikbasis – EMS Strategy Group

Kritische Fertigungskapazitäten aufbauen statt auf China aufzuschließen

China hat über Jahrzehnte eine industrielle Struktur für Elektronik, Halbleiter und Leiterplatten aufgebaut, deren Breite Europa nicht kurzfristig reproduzieren kann. Daraus wird jedoch häufig fälschlicherweise abgeleitet, Europa benötige 15 bis 20 Jahre, um wieder über ausreichende eigene Produktionskapazitäten zu verfügen. Europa veranlasst nicht der Versuch, Chinas Volumen zu spiegeln, sondern das Ziel, in kritischen Bereichen handlungsfähig zu bleiben. Dieser Strategic Brief beleuchtet die bereits laufenden europäischen Großprojekte und zeigt auf, wie zielgerichtete Resilienz im Rahmen von China+1 Strategien entsteht.

Autor: Dirk Kaussen | Herausgeber: EMS Strategy Group

Wichtige Erkenntnisse und strategische Analyse

  • 1. China als falsche Zielgröße: Ziel darf nicht der Versuch sein, das vollständige Fertigungsvolumen Chinas nachzubauen. Es geht um den gezielten Aufbau kritischer Kapazitäten, um im Krisenfall handlungsfähig zu bleiben.
  • 2. Kein Start bei Null im Halbleiterbereich: Mit bestehendem Spitzenwissen und Meilensteinen wie der Chips-Act-Pilotlinie NanoIC bei imec, der ESMC Smart Fab in Dresden, der Smart Power Fab von Infineon, Silicon Box in Novara und Intel in Irland entstehen bereits massiv neue Fertigungskapazitäten.
  • 3. Bewegung im Leiterplatten-Sektor: Trotz stark geschrumpfter Basis setzen Akteure wie AT&S (IC-Substratzentrum Leoben und Standort Fehring) und Aspocomp (Kapazitätserweiterung Oulu) deutliche Zeichen für den Wiederaufbau strategisch relevanter PCB-Kapazitäten.
  • 4. EMS-Fertigung zieht nach: Unternehmen wie Kitron (Arendal & Horsens), NOTE (Lund) und Scanfil (Erweiterung Mysłowice) bauen ihre europäischen Produktionsflächen gezielt aus, um regulierungsfähige Kapazitäten für Verteidigung, Luftfahrt und Industrie zu schaffen.
  • 5. Resilienz durch China+1: Resilienz bedeutet nicht Autarkie oder Abkehr von China, sondern Vermeidung von Monopollieferanten. Ein zusätzlicher europäischer Standort stärkt die Verhandlungsposition und sichert die Handlungsfähigkeit im Krisenfall.
  • 6. Handlungsfähigkeit jetzt schaffen: Die Zeit läuft unabhängig davon, ob investiert wird. Entscheidungen für europäische Zusatzkapazitäten entfalten bereits in wenigen Jahren ihre volle Wirkung für die Versorgungssicherheit.

Unterstützung durch die EMS Strategy Group

  • Strategische Bewertung von Nearshoring- und Relocation-Optionen innerhalb Europas
  • Implementierung belastbarer China+1-Strategien zur Absicherung globaler Lieferketten
  • Auswahl und Auditierung qualifizierter europäischer EMS-Partner für anspruchsvolle und regulierte Märkte
  • Total Cost of Ownership (TCO) Analysen und Risikobewertung zur nachhaltigen Sicherung der Fertigungskapazitäten
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